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Über den Tellerand:Die neue Gelassenheit in Afrika Engagement – Lea Röhrich (Tochter der langjährigen Naturfreundin Steffi Söhrich) aus Trebur lebt seit September in Kenia Nach vier Monaten kann ich sagen: „Ich bin angekommen in Kenia an der Rudolf Steiner School Mbagathi.“ Vor mir liegen acht weitere wundervolle Monate meines Freiwilligendienstes. Auch meine Arbeit macht Fortschritte: Im ersten Trimester habe ich vor allem in der Bücherei gearbeitet, im Handarbeitsunterricht geholfen und die Lehrer der unteren Klassen unterstützt. Abends habe ich viel Zeit im Internat verbracht, mich mit den Internatseltern und Schülern ausgetauscht und viel über die Kultur gelernt. Im jetzt gestarteten Trimester habe ich zusätzlich zwei neue Projekte: Eine Schülerzeitung werde ich anfertigen und eine Flötenklasse übernehmen. Auch in den mir anfangs so beschwerlich vorkommenden Alltag habe ich mich eingelebt. Die „Duschen“ mit einem Eimer, Handwäsche und Stromausfälle nehme ich jetzt mit einer neuen Gelassenheit hin, die ich in Deutschland noch nicht hatte. Geduld und Durchhaltevermögen braucht man, vor allem wenn es um bürokratische Angelegenheiten geht. Das Thema Hautfarbe hat mich in den ersten Monaten stark beschäftigt: Mir war klar, dass ich heraussteche, aber dass die Hautfarbe eine solch große Rolle spielt, habe ich mir nicht vorstellen können. Weiß zu sein bedeutet erst einmal primär als reich zu gelten. Von den Kindern in der Stadt werde ich nur „mzungu“ (Europäer) genannt, und manchmal fühlt es sich einfach komisch an, die einzige Weiße zu sein in Stadtvierteln, die ich mit Lehrern besucht habe. Nairobi ist eine riesige, laute und dreckige Stadt, die trotzdem interessante Straßen und Stadtviertel hat. Die Kontraste sind riesig, das war anfangs schockierend. Die Armut auf der einen Seite mit Slums, die nicht zu enden scheinen, und die Luxusvillen der oft weißen Oberschicht direkt gegenüber. Obwohl diese Viertel nebeneinander liegen, liegen doch Welten dazwischen. Angekommen:
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