Mitgliederversammlung 2010

Großer Andrang bei Angebot für Kinder

aus der Main-Spitze vom 16.3.2010

Gründung einer Jugendgruppe angestrebt
16.03.2010 - RÜSSELSHEIM

NATURFREUNDE Großer Andrang bei Angebot für Kinder / Unmut über matschige Zuwege zum Naturfreundehaus

(nfi). Zahlreiche Berichte bekamen die anwesenden Mitglieder auf der Jahreshauptversammlung der "Naturfreunde" zu hören. Denn den Verein charakterisiere "ein vielfältiges und sehr abwechslungsreiches Programm mit hoher Qualität", sagte Vorsitzende Heike Pockrandt.

Die Aktivitäten reichten von Ausstellungsbesuchen über die regelmäßigen Kindergruppentreffen bis hin zu Diashows. Eine Singgruppe ist schon seit Jahrzehnten aktiv, ein Chor probt seit Kurzem sogar wöchentlich und die Kochgruppe trumpft mit kulinarischen Ideen auf. Viermal im Jahr erscheint die Vereinszeitung "Das Blättchen", eine Bildungs- und Erlebnisreise führte im vergangenen Jahr nach Südtirol, die Nordic-Walking-Gruppe ist unterwegs und die Paddelgruppe war auf Wildwasserfahrt in den Alpen, an der Soca und in der Region unterwegs.

Dem Verein gehören 361 Mitglieder an, darunter etwa 30 Jugendliche im Alter von zwölf bis 16 Jahren. Deshalb soll eine Jugendgruppe der "Naturfreunde" gegründet werden, kündigte Pockrandt an. Die 18-jährige Ramona Schwither hat vor wenigen Monaten die Leitung der Kindergruppe übernommen, wo der Andrang im Moment sehr groß sei.

Die 41 anwesenden Mitglieder beschlossen zwei Anträge: Die "Naturfreunde" wenden sich gegen eine Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke und rufen zur Teilnahme an der zentralen Großdemonstration in Biblis am 24. April auf. Außerdem will der Verein die Landesregierung auffordern, ein Lärmgutachten für das Rhein-Main-Gebiet zu erstellen, und er plädiert für ein absolutes Nachtflugverbot.

Unmut wurde über die matschigen Zuwege zum Naturfreundehaus geäußert. Entsprechende Verhandlungen mit dem Umweltamt, um hier eine Verbesserung zu erzielen, würden seit zwei Jahren erfolglos verlaufen.

Berichte aus den einzelnen Gruppen erläuterten die Aktivitäten näher. Die Singgruppe ist zum Beispiel im März in der Bischofsheimer Seniorenresidenz aufgetreten; an den zehn literarischen Wanderungen nahmen 270 Personen teil. Das Hausteam hatte mit 80 Helfern an 80 Tagen dafür gesorgt, dass das Naturfreundehaus geöffnet war. 964 Personen hatten das Vereinshaus als Übernachtungsmöglichkeit gebucht, insgesamt kamen 1608 Übernachtungen 
 

Aus dem Rüsselsheimer Echo vom 18.3.2010

,,Ein politisch und kulturell aktiver Verein"

Naturfreunde: Wahlmarathon mit Wechsel in einigen Positionen - Vereinsheim gut belegt

Von der Vorstandsspitze der Naturfreunde als Stellvertreter von Vorsitzender Heike Pockrandt zieht sich Manfred Schmitt nun auf einen Beisitzerposten zurück. Foto: Ernst Eelmae

Ein vielfältiges und abwechslungsreiches Programm mit hoher Qualität und ein Angebot, das die Naturfreunde als politisch und kulturell aktiven Verein ausweist - so umriss Vorsitzende Heike Pock randt sichtlich zufrieden das vergangene Jahr. Dabei sei viel Arbeit geleistet worden, bei gemeinsamen Freizeiten aber auch der Spaß nicht zu kurz gekommen.

Die für die Weiterentwicklung der Aktivitäten eingerichtete Zukunftswerkstatt habe zu zwei konkreten Vorhaben geführt: Der ,,Dritte Freitag" soll wieder aufleben, für das kulturell-politische Programm seien bereits fünf Veranstaltungen geplant. Und angesichts des Potenzials von 30 Mitgliedern in der Altersgruppe zwölf bis 16 Jahre werde nach jahrzehntelanger Unterbrechung wieder eine Jugendgruppe gegründet.

Dank engagierter Mitglieder sei die Ortsgruppe ein ,,sehr reicher Verein mit echt starken Frauen und Männern", würdigte Pockrandt deren Arbeit. Die wartete auch auf die 41 Stimmberechtigten nach den Berichten aus den Sparten Wandern, Sport, Kinderarbeit, Musik (Singgruppe, Chor), Umwelt und Medien. Denn nicht weniger als 27 Positionen galt es in 14 Wahlgängen wieder zu besetzen. Dabei gab es nur einmal Gegenstimmen. Und fünf der sechs Veränderungen endeten im Positionenwechsel.


Der bedeutendste dabei der Rückzug von Manfred Schmitt von der Vorstandsspitze auf einen Beisitzerposten (das ECHO hat berichtet). Rund 13 seiner 31 Jahre bei den Naturfreunden war er stellvertretender Vorsitzender, früher, in der Zeit des Vereinsheim-Neubaus, auch zwei Jahre Vorsitzender. Er tauscht die Führungsposition mit der bisherigen Beisitzerin Petra Reichert. Margret Hochgesand, die in 23 Jahren mehrere Aufgaben im Vorstand wahrnahm, wechselte aus dem Hausteam ebenfalls in die Beisitzerrolle.

Martin Schopen hatte als größte Investition und das ,,Highlight" des Jahres 2009 den Bau der Grillhütte genannt, ansonsten auf einen ähnlichen Geschäftsverlauf wie im Vorjahr verwiesen. Einnahmerückgänge habe es bei den Traditionsveranstaltungen 1. Mai und Sommerfest gegeben. Die Mitgliederzahl sei mit 361 nahezu gleich geblieben.

Für den Hausdienst verwies Günter Michel auf einen Anstieg der Übernachtungen um 100 auf 1608 mit insgesamt 964 Personen. 78 Mal seien Räume von Nichtmitgliedern für Veranstaltungen, Feiern, Seminare oder Workshops angemietet worden, Schulklassen, Kita- und Hortgruppen waren dabei die größte Gruppe der vereinsexternen Nutzer.

Unter den sechs Sparten hatte allein Heike Muster (Umwelt) keine Projektarbeiten vorzuweisen wegen zeitlicher Einschränkungen. Sie konnte aber auf die enge Verknüpfung der Naturfreunde mit relevanten Gruppen wie Energiewende, BUND und Naturschutzbeirat verweisen.


Als Ärgernis hob Wolfgang Hoffmeister den Zustand des Zuwegs zum Vereinsheim hervor, der eine ,,Zumutung" weil eine ,,Matschkuhle" sei. In die Diskussion geriet der Hinweis von Werner Muster, dass die Samstags-Öffnung des Hauses zu überprüfen sei angesichts des Auseinanderklaffens von Aufwand und Einnahmen. Dies will der Vorstand überprüfen und die Mitglieder dann entscheiden lassen. Auch die Anschaffung einer Kühltheke, angeregt vom Hausteam, soll geprüft werden im Vergleich zur Einrichtung eines Kühlraums im Keller.

Vorsitzende Heike Pockrandt wies noch auf einige Jahrestage hin: 85 Jahre Naturfreunde-Ortsgruppe, 60 Jahre Vereinshaus und 15 Jahre Einweihung des Neubaus. 15 Jahre besteht auch der Internet-Auftritt, wie Torsten Rink erläuterte, mit dem Rüsselsheim einst im Verband Pionierarbeit leistete.

An die Landesversammlung gerichtet sind zwei Anträge, die sich gegen die Laufzeitverlängerung des Atomkraftwerks Biblis richten, verbunden mit der Aufforderung, an der ,,Umzingelung" des Meilers am 24. April teilzunehmen. Gefordert wird ein Gutachten des Landes zu gesundheitlichen Auswirkungen des Fluglärms in der Region. 

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