Mikis Theodorakis und Quijote

eine Lesung mit Musik

Kampf für die Musik und Freiheit geführt

Hansgeorg Hermann präsentiert im Naturfreundehaus sein Buch über Mikis Theodorakis

(Main-Spitze vom vom 24.09.2008 von Andrea Duphorn)

Winter 1989: Hansgeorg Hermann entspannt in einem kleinen Café auf Kreta, als im Radio eine Sendung über den griechischen Komponisten und Dirigenten Mikis Theodorakis beginnt. Schlagartig verändert sich die Stimmung in dem winzigen Lokal.

Gebannt wird den Beiträgen um den charismatischen Künstler gelauscht, der durch sein politisches Engagement und nach jahrzehntelangem Kampf gegen die griechische Militärdiktatur zu einer Symbolfigur des griechischen Widerstands geworden ist. Als kurz darauf das Theodorakis-Lied "Nur diese eine Schwalbe" eingespielt wird, stimmt das ganze Café mit ein.

"Das war vermutlich der Tag, an dem die Idee zu diesem Buch geboren wurde", erzählt Hansgeorg Hermann am Montagabend im "Naturfreundehaus".

Doch erst 15 Jahre später habe er den Mut gehabt, die Idee auch umzusetzen. Rund zweieinhalb Stunden währte das ebenso spannende wie abwechslungsreiche Programm, das der 1948 in Stuttgart geborene, inzwischen in Paris lebende freie Kulturjournalist rund 50 Anwesenden gemeinsam mit der Chemnitzer Gruppe "Quijote" bot, die den Abend mit deutschen Nachdichtungen von Theodorakis-Liedern umrahmte.

"Europa hatte keinen Che Guevara, es hatte Mikis Theodorakis", wird Roger Willemsen auf dem Cover von Hermanns autorisierter Biografie "Mikis Theodorakis - Der Rhythmus der Freiheit" zitiert, die im Juni erschien. "Es gibt viele Werke in griechischer und englischer Sprache", erläutert der Autor, der 16 Jahre auf Kreta gelebt hat, zu Beginn. "Ich wollte etwas auf Deutsch schreiben."

Sein Buch ist in enger Zusammenarbeit mit Theodorakis selbst, Freunden und Wegbegleitern entstanden und rückt vor allem politische Aktivitäten und den Widerstandskampf des 1925 auf der Insel Chios geborenen Künstlers, Schriftstellers und Politikers in den Mittelpunkt.

Dem von Hermann gemeinsam mit Sabine Kühnrich (Gesang/Querflöte) und Ludwig Streng (E-Piano/Gesang) erarbeiteten Programm gelingt es, die Lieder in direkten Zusammenhang zur jeweiligen Lebenssituation Theodorakis´ zu stellen und so den engen Zusammenhang von Leben und Werk spürbar zu machen.

"Mikis Theodorakis ist ein unglaublicher Mann, der in Griechenland einen lebenslangen Kampf für die Musik geführt hat, und zugleich für die Freiheit (...). Ich bezweifle, ob es ein anderes Leben gegeben hat, das so stark die Zusammen hänge zwischen revolutionärer Kunst und politischer Freiheit aufzeigt", hat Arthur Miller gesagt.

Wer am Montag den Weg ins Rüsselsheimer Naturfreundehaus gefunden hatte, erhielt einen beeindruckenden Einblick in das ereignisreiche, bisweilen auch sehr dramatische Leben des inzwischen 83 Jahre alten Künstlers, den weder Auftrittsverbote, Verfolgung und Verbannung noch Kerker oder Folter davon abbringen konnten, seinen Idealen und dem Traum von einem freien Griechenland bis heute treu zu bleiben.

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